Deutscher Sozialpreis 2012

Köln, den 05.12.2012

BAGFW und die Solidaris: Gemeinsam für eine bessere Gesellschaft

Am 27. November 2012 fand in Berlin zum 41. Mal die Verleihung des „Deutschen Sozialpreises“ statt – eine Auszeichnung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege zur Würdigung herausragender journalistischer Beiträge aus Hörfunk, Fernsehen und Printmedien. Die Solidaris unterstützte die Initiative.

Seit 1971 zeichnen die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege – die Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Deutsche Caritasverband, der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband, das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) – Journalisten aus, deren Arbeiten auf eine herausragende Art und Weise unsere Lebenswirklichkeit behandeln, indem sie Brücken zu einer besseren, humanen und vor allem solidarischen Gesellschaft schlagen. Die Freie Wohlfahrtspflege möchte dadurch Akteure der Massenmedien „in Ihrer Verantwortung stärken, sozialen Themen Raum zu geben und somit eine konstruktive Debatte über das gesellschaftliche Miteinander und unseren Sozialstaat zu befördern“. Durch die Unterstützung des kritischen Journalismus soll zum einen die Öffentlichkeit für sozial-politische Themen sensibilisiert, zum anderen die Solidarität in unserer Gesellschaft gestärkt werden. Wir von der Solidaris beherzigten die Initiative und standen der BAGFW unterstützend zur Hilfe.

Zahlreiche geladene Gäste aus Politik, Verbänden und Medien kamen letzten Dienstag bei der Preisverleihung in der Akademie der Künste am Pariser Platz in Berlin zusammen. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Herrn Oberkirchenrat Johannes Stockmeier – Präsident der BAGFW. Als prominente Rednerin trat Frau Dr. Angela Merkel auf. Die Bundeskanzlerin würdigte das Engagement der BAGFW und betonte allgemein die Bedeutung der Massenmedien für demokratische Gesellschaften.

Über 450 Beiträge aus den Bereichen Print, Hörfunk und Fernsehen rangen um den mit 15 000 € dotierten Medienpreis zur sozialen Wirklichkeit. In einem mehrstufigen Verfahren wurden von einer unabhängigen Medienelite von März bis September alle eingereichten Arbeiten beurteilt. Auf dieser Grundlage wurde eine Nominierungsliste zusammengestellt, aus der jeweils ein Preisträger pro Kategorie gekürt wurde. Nun stehen die Gewinner fest:

Für die Kategorie Print: Anita Blasberg und Christian Denso

„Unter Menschen“, DIE ZEIT. Der bewusst doppeldeutige Titel beleuchtet ein extrem polarisierendes Thema: Die Entlassung von Sicherheitsverwahrten infolge eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes. Das Dossier schildert die unvorbereitete Rückkehr eines Betroffenen in eine Gesellschaft, die ihn fürchtet und verachtet.

Für die Kategorie Hörfunk: Gabriele Stötzer

„Frauenzuchthaus Hoheneck – Demütigung, Willkür, Verrat“, MDR FIGARO. Die Reportage über das berüchtigtste Frauengefängnis in der DDR gibt ehemaligen Häftlingen eine Stimme. Die Frauen und ihre Kinder sind noch heute durch diese Erfahrung traumatisiert. Viele haben bislang aus Scham und Angst geschwiegen.

Für die Kategorie Fernsehen: Christel Sperlich

„Hungerlohn trotz Vollzeitjob“, rbb Fernsehen, Kirche und Religion. Arbeit zahlt sich oft nicht mehr aus. Der Beitrag verdeutlicht die Lebensrealität dreier Protagonisten, die trotz Ausbildung, Vollzeitbeschäftigung und Engagement auf zusätzliche Hartz IV-Bezüge angewiesen sind.

„Die Arbeiten überzeugen (...) durch die Brisanz der Themen sowie die besondere Eindringlichkeit der Erzählung und Bildsprache. Sie machen nachdenklich und berühren ihr Publikum, indem sie den Blick öffnen auf gesellschaftliche Realität, vermeintliche Werte und immanente Konflikte. Es macht sie zu verdienten Gewinnern des Deutschen Sozialpreises 2012“, urteilte die Jury bei ihrer zweitägigen Sitzung im ARD-Hauptstadtstudio in Berlin.

Auch wir von der Solidaris gratulieren den Preisträgern und nutzen diese Gelegenheit, um uns bei der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege für diese großartige Initiative und die gelungene Veranstaltung in Berlin zu bedanken. Wir glauben fest daran, dass der Deutsche Sozialpreis einen wesentlichen Beitrag zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit für eine bessere, solidarische und dialogorientierte Gesellschaft geleistet hat.

Weiterführende Informationen: www.bagfw.de