Strukturwandel im Orden - heute die richtigen Schritte gehen

Mainz, den 9. März 2017

Strukturwandel im Orden - heute die richtigen Schritte gehen

 

Über 180 Schwestern und Brüder aus rund 80 Ordensgemeinschaften aus Deutschland, Österreich und  der Schweiz sowie zahlreiche Experten aus und für den Ordensbereich versammelten sich am 7. und 8. März 2017 zum 6. Ordenstag der Solidaris in Mainz. Seit 2006 veranstaltet Solidaris als führende Prüfungs- und Beratungsgesellschaft für die Non-Profit-Branche im Zweijahresrhythmus diese Fachtagung. Diese dient als ein Forum des fachlichen Austausches über aktuelle ordensspezifische, unternehmerische und gesellschaftspolitische Fragen sowie als eine besondere Plattform der zwischenmenschlichen Begegnung und anregenden Kommunikation. Die Veranstaltung ist  zudem  eine Danksagung an alle Ordensangehörigen für ihr grenzenloses Engagement für Kirche und Gesellschaft. Unter dem Motto „Strukturwandel im Orden – heute die richtigen Schritte gehen“ widmete sich der 6. Ordenstag der Solidaris aktuellen Themen aus und für die Praxis von Ordensgemeinschaften, u. a. „Compliance im Orden – Rahmenbedingungen möglicher Schritte sowie „Notwendiger Strukturwandel und zukunftsträchtiger Neuaufbruch“. Als primäre Ziele gilt es dabei, in einer vertrauten Dialogatmosphäre gegenwärtige Problemfelder von Ordensgemeinschaften aufzuzeigen, geeignete Handlungsempfehlungen aus Expertensicht abzuleiten sowie den kommunikativen Austausch unter Ordensangehörigen anzuregen und nachhaltig zu fördern. Getreu der Tradition der vergangenen Ordenstage der Solidaris wurde auch in diesem Jahr am Vortag  der Tagung ein kulturelles Rahmenprogramm geboten. Nach einer informativen Führung mit kirchengeschichtlichem Hintergrund durch den Hohen Dom St. Martin zu Mainz und das Bischöfliche Dom- und Diözesanmuseum zelebrierte Domdekan Prälat Heinz Heckwolf im Dom eine feierliche Heilige Messe. In seiner Predigt wies er darauf hin, dass es wichtig sei, auf die Fundamente des Glaubens acht zu geben. Das anschließende Abendessen im Erbacher Hof ermöglichte einen regen Austausch und sorgte für eine sanfte Überleitung zum Fachprogramm am 8. März 2017. WP StB Ralph Wedekind, Geschäftsführer der Solidaris, begrüßte als Gastgeber in einer kurzweiligen Ansprache die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 6. Ordenstages und wünschte eine erkenntnisreiche Tagung. In seinem Grußwort berichtete Domdekan Prälat Heinz Heckwolf, der vor wenigen Tagen seinen 75. Geburtstag feierte, dass er Solidaris bereits vor 50 Jahren kennengelernt hat und auch heute ihre Beratungsleistung schätzt.

Den ersten fachlichen Vortrag der Tagung, durch die RA Dr. Axel Scherff, Geschäftsführer der Solidaris, in bewährter Weise souverän führte, hielt WP StB Martin Tölle, stellvertretender Geschäftsführer der Solidaris sowie Leiter des KompetenzTeams Kirche, Orden und Caritas zu dem komplexen Thema „Compliance im Orden – Rahmenbedingungen möglicher Schritte“. Dabei sensibilisierte er für die besonders relevanten Gesetze und Vorschriften im Strukturwandel der Orden   und erläuterte, wie ein angemessenes Compliance Management im Orden erfolgreich ein- und fortgeführt werden kann. Auch die Themen Datenschutz und die im Jahr 2018 bevorstehende EU-Datenschutz-Grundverordnung fehlten in diesem Zusammenhang nicht. 

Während es Martin Tölle gelang, die äußerst komplizierten Fachzusammenhänge für alle Teilnehmenden verständlich zugänglich zu machen, lieferte der darauffolgende Vortrag von Schwester Paula Bomas, Provinzkoordinatorin der Ordensgemeinschaft der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung Deutsche Provinz e. V. Münster den emotionalen Höhepunkt der Fachtagung. Hinter dem eher sachlichen Titel „Notwendiger Strukturwandel und zukunftsträchtiger Neuaufbruch“ verbargen sich Gefühlswelten aus Existenzangst und Hoffnung, Abschied und Zusammenkunft,  Abschluss und Neuanfang. Streng genommen ging es dabei um eine notwendige Restrukturierung der Ordensgemeinschaft mit dem Ziel einer nachhaltigen Existenzsicherung. Schwester Paula  berichtete von einem Mutterhaus, dass sich wie ein zu groß gewordenes Kleid anfühlte und gewechselt werden musste. Die datengestützte Sachlage forderte ernsthafte Veränderungen ein, die zunächst einmal gedanklich zugelassen werden mussten. Zum einen ging es darum, in diesem Prozess die eigenen Grenzen zu markieren und zu akzeptieren, zum anderen war es erforderlich fachliche Unterstützung zuzulassen, um nachhaltige Veränderungen einzuleiten. Sr. Paula zeigte besonders nachvollziehbar und prägnant auf, wie aus einer finanziellen Krisensituation nicht nur die Existenz gesichert werden kann, sondern in einem intensiven Kommunikationsprozess auch „Chancen zur geistig-geistlichen Erneuerung der Ordensgemeinschaft“ greifbar werden können. Das Auswandererdenkmal am Hafen von Bremerhaven diente ihr dabei als Sinnbild für die unterschiedlichen Gefühlswelten aller Beteiligten in diesem langwierigen Veränderungsprozess. 

Das Fazit des Vortrags von Schwester Paula diente zugleich als Auftakt der anschließenden Podiumsdiskussion,  die von  WP StB Ralph Wedekind unter Einbezug des Publikums sachorientiert und zugleich empathisch moderiert wurde. Die  Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Dialogrunde – Schwester Anna-Luisa Kotz, Missionsprokuratorin der Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in Untermarchtal e.V., Untermarchtal; Schwester M. Josefine Lampert ISA, Generalökonomin der Immakulataschwestern vom Seraphischen Apostolat Kloster Brandenburg / Iller e.V., Dietenheim-Regglisweiler; Stephanie Kirsch, Geschäftsführerin Seniorenhaus GmbH der Cellitinnen zur hl. Maria, Köln; Dr. Relinde Meiwes, Historikerin und Autorin, Berlin; Hans Jörg Millies, Finanz- und Personalvorstand Deutscher Caritasverband e.V., Freiburg und Prof. Dr. Thomas Suermann de Nocker, Professor für allgemeine Betriebswirtschaftslehre FOM-Hochschule für Ökonomie & Management, Essen beleuchteten aktuelle Themen aus der Praxis von Ordensgemeinschaften. Dabei bildeten die Themen Vernetzung von Ordensgemeinschaften, neue Versorgungs-, Wohn- und Lebensformen von Ordensangehörigen,  Veränderungen in der Finanzierung der KZVK und die Nachhaltigkeit traditioneller Arbeitsfelder den Schwerpunkt. Die Podiumsrunde zeigte gemeinsame Chancen und Risiken gegenwärtiger Entwicklungen auf und regte für einen weiteren Austausch auch nach diesem Ordenstag an.   

Den Schlussteil der Veranstaltung leitete der im Bistum Mainz tätige Kirchenkabarettist Thomas Klumb mit einem Vortrag der besonderen Art ein: „Gestern noch unmittelbar am Abgrund – heute schon einen großen Schritt weiter – kabarettistische Aspekte und Impulse zum Leitgedanken“. Thomas Klumb sorgte für Heiterkeit  und einen positiven Ausklang der Veranstaltung.

Dr. Rüdiger Fuchs, Sprecher der Geschäftsführung der Solidaris-Unternehmensgruppe dankte in seiner abschließenden Ansprache allen Schwestern und Brüdern für Ihre Teilnahme am Ordenstag. „Erst durch Sie wird diese Veranstaltung möglich“ fuhr er fort und betonte die herausragende, fundamentale Rolle der Ordensgemeinschaften. 

Nach dem Zuspruch für den 6. Ordenstag wird es auch einen 7. Ordenstag der Solidaris geben, der voraussichtlich im Jahr 2019 stattfinden wird. Der Ort und das genaue Datum der Veranstaltung werden auf dieser Webseite bekanntgegeben. 

Kontakt
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Manager Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit
Solidaris Unternehmensgruppe
Ivan Panayotov
  • Studium der Medienwissenschaft, Deutsche und Englische Philologie an der Universität zu Köln (Magister 2010)
  • Ausbildung zum qualitativen Markt- und Medienforscher bei der Rheingold Akademie in Köln
    (Abschluss 2006)
Schwerpunkte
  • Strategisches und operatives Marketing
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Unternehmenskommunikation 
  • Mediamanagement (On-/Offline) und Redaktion
  • Eventmanagement und Sponsoring