KZVK-Finanzierungsbeitrag im Jahresabschluss 2017

Im November 2017 wurden seitens der Kirchlichen Zusatzversorgungskasse des Verbandes der Diözesen Deutschlands AöR (KZVK) die Rechnungen über den Finanzierungsbeitrag 2017 an die beteiligten Unternehmen für ihre jeweiligen Abrechnungsstellen versandt.

Insgesamt haben die Beteiligten der Kasse für das Jahr 2017 einen unveränderten Finanzierungsbeitrag in Höhe von 258.000.000,00 EUR zu zahlen. Da sich durch verschiedene Faktoren die für den Verteilungsschlüssel relevanten Barwerte sowie die letztlich maßgebliche Barwertdifferenz ändern, kann es jedoch zu gewissen Abweichungen des zu zahlenden Finanzierungsbeitrags 2017 des einzelnen Beteiligten gegenüber dem Vorjahr kommen.

Angebot zur Teilstundung
Wesentliche Veränderung gegenüber dem Jahr 2016 ist jedoch das Angebot zur Teilstundung in Höhe von 24 % des Rechnungsbetrags, dass eine wirtschaftliche Überlastung der Beteiligten vermeiden soll. Das Angebot der Teilstundung kann durch Zahlung in Höhe von 76 % des Rechnungsbetrags angenommen werden.

Klarzustellen ist, dass auch bei Inanspruchnahme der Teilstundung im Jahresabschluss 2017 unverändert eine Verpflichtung und damit ein Aufwand aus dem Finanzierungsbeitrag 2017 in voller Höhe des Rechnungsbetrags bestehen. Da die KZVK nicht auf ihre satzungsrechtlich gegebenen Ansprüche verzichtet hat, tritt im Jahr 2017 (noch) keine Entlastung hinsichtlich der Gesamtaufwendungen für die Zusatzversorgung ein. Dies gilt auch für ggf. noch nicht gezahlte Finanzierungsbeiträge 2016.

Sofern die Teilstundung nicht in Anspruch genommen und der vollständige Rechnungsbetrag geleistet wird, werden diese Zahlungen nach Auskunft der KZVK aber bei einer Adjustierung des Gesamtfinanzierungs-systems berücksichtigt und reduzieren damit spätere Beitragszahlungen. Für weitere Information verweisen wir auf ein Informationsschreiben der KZVK vom 3. November 2017, das auf der Internetseite der KZVK zum Download bereit steht: 

Beschlüsse zum Finanzierungsbeitrag: Teilstundung und Entlastung der Beteiligten

Fortschreibung einer im Jahr 2016 gebildeten Rückstellung für die mittelbare Pensionsverpflichtung („KZVK-Finanzierungsbeitrag“)
Sofern ein beteiligtes Unternehmens das Wahlrecht des Art. 28 Abs. 1 EGHGB dahingehend ausgeübt hat, dass es eine Rückstellung für die mittelbare Pensionsverpflichtung aufgrund der bei der KZVK bestehenden Deckungslücke (zumindest teilweise) gebildet hat, ist diese Rückstellung im Jahresabschluss 2017 stetig fortzuschreiben.

Dabei ist für die im Jahresabschluss 2016 ausgewählte Teilmenge der Versicherten die Entwicklung der Barwertdifferenz im Verhältnis zur gesamten Barwertdifferenz des beteiligten Unternehmens zu betrachten. Hierzu stellt die KZVK den beteiligten Unternehmen in einem Web-Portal (https://webportal.kzvk.de) die erforderlichen Excel-Dateien zur Verfügung, die gegenüber dem Vorjahr erweiterte Informationen zu den einzelnen Versicherten beinhalten.

Ergänzend weisen wir darauf hin, dass das handelsrechtliche Rückstellungswahlrecht auch eine erstmalige Bildung bzw. Aufstockung der gebildeten Rückstellung durch Einbeziehung weiterer Versicherter im Jahresabschluss 2017 ermöglicht. Eine Auflösung der Rückstellung ist jedoch nicht zulässig, da der Grund der gebildeten Rückstellung fortbesteht. Im Folgenden haben wir Berechnungsbeispiele zur Fortschreibung der Rückstellung gestellt, die ein grundsätzliches Verständnis der Rückstellungsentwicklung und der relevanten Einflussfaktoren geben sollen.

Fallbeispiel
Vorliegend hat ein an der KZVK beteiligtes Unternehmen ab dem Jahr 2016 einen Finanzierungsbeitrag in Höhe von 200 TEUR gezahlt. Während in den Variante 1 und 2 die Rückstellung für mittelbare Pensionsverpflichtungen zum 31. Dezember 2016 in voller Höhe bilanziert wurde, hat das Unternehmen in der Variante 3 die Rückstellung nur anteilig gebildet. Im Folgenden berücksichtigen die Varianten 1 bis 3 die Zinsänderungseffekte (Änderung des 10 Jahresdurchschnittszinssatz gemäß § 253 Abs. 2 HGB bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren von 4,01 % auf prognostiziert 3,68 %) und die Aufzinsung der Rückstellung. In Variante 2 steigt zudem annahmegemäß der Finanzierungsbeitrag um 5 TEUR auf 205 TEUR an und es verändert sich die bewertungsrelevante Teilmenge aufgrund einer Änderung der Barwerte der erwarteten zukünftigen Finanzierungsbeiträge. Aus den zuvor angenommenen Rahmenbedingungen ergeben sich im Jahresabschluss 2017 in den drei Varianten folgende Effekte:

Variante 1: Unveränderter Finanzierungsbeitrag 200 TEUR
Variante 1a: Inanspruchnahme Wahlrecht zur Stundung von 24 % des Finanzierungsbeitrages 2017
Sofern das Wahlrecht zur Stundung von 24 % des Finanzierungsbeitrages in Anspruch genommen wird, ergibt sich in den oben dargestellten Effekten keine Änderung. Die Inanspruchnahme der Rückstellung erfolgt dann in Höhe von 152 TEUR durch Zahlung und in Höhe von 48 TEUR durch Umbuchung der Rückstellung in die sonstigen Verbindlichkeiten. Diese ist gemäß § 253 Abs. 1 HGB mit dem nicht abgezinsten Rückzahlungsbetrag auszuweisen.

Variante 2: Steigender Finanzierungsbeitrag auf 205 TEUR, Änderung der Bewertungsgrundlagen Variante 3: Unveränderter Finanzierungsbeitrag 200 TEUR, anteilige Bilanzierung
Die nachfolgende Rückstellung wurde nur anteilig gebildet. Die Barwertdifferenz der für die anteilige Bildung ausgewählten Mitarbeiter wurde ins Verhältnis zur gesamten Barwertdifferenz des Beispiel-unternehmens lt. Mitteilung der KZVK gesetzt um den entsprechenden Anteil zu erhalten. Die Daten ergeben sich aus den von der KZVK zur Verfügung gestellten Excel-Dateien. Der ermittelte Anteil wurde auf den Barwert der erwarteten zukünftigen Finanzierungsbeiträge angewendet.
In allen drei Varianten ergeben sich aufgrund der beschriebenen Rahmenbedingungen trotz Inanspruchnahme der Rückstellung durch Zahlung des Finanzierungsbeitrages deutliche Ergebnisbelastungen (Variante 1: - 212 TEUR; Variante 2: - 297 TEUR; Variante 3: - 204 TEUR). 

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  • Von 1999 bis 2014 bei einer der großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften tätig, davon drei Jahre in der Grundsatzabteilung
  • Seit 2014 bei Solidaris und 2016 in die Geschäftsführung berufen.
(Gremien-)Mitgliedschaften
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  • Vorstand gemeinnütziger Vereine und Stiftungen
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  • Jahresabschlussprüfung und prüfungsnahe Beratung von gemeinnützigen Organisationen des Gesundheits- und Sozialwesens sowie der verfassten Kirche
  • Prüfung der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung
  • Leiter des Solidaris BranchenTeams Kirche – Orden – Caritas/Diakonie
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  • Leiter des KompetenzTeams Rechnungslegung und Prüfung
  • Leiter des Solidaris BranchenTeams Kinder- und Jugendhilfe/Bildung
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  • Rechnungslegung und Prüfung von Krankenhäusern, Komplexeinrichtungen Einrichtungen der Alten- und der Kinder- und Jugendhilfe im gemeinnützigen Bereich
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  • Prüfung von Businessplänen
  • externe und interne Referententätigkeit zur Rechnungslegung und Prüfung
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