Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) und Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung (PpUGV)

Durch die Einführung des Pflegepersonalstärkungsgesetzes wird das DRG-System grundlegend verändert. Die Auswirkungen auf die einzelnen Krankenhäuser gestalten sich unterschiedlich. Manche Häuser könnten von der DRG-Systemumstellung profitieren, andere müssen womöglich Erlöseinbußen hinnehmen. Durch gezielte Vorbereitung und kluges Management lassen sich die bevorstehenden Konsequenzen jedoch zu Ihrem Vorteil steuern.

PpSG: Die Fakten Die Krankenhausvergütung wird ab dem Jahr 2020 auf eine Kombination von Fallpauschalen- und Pflegepersonalkostenvergütung umgestellt. Zukünftig werden die Pflegepersonalkosten für die unmittelbare Patientenversorgung bei tarifkonformen Abschlüssen über ein neues krankenhausindividuelles Pflegepersonalbudget erstattet. Die damit beschlossene Bereinigung der Fallpauschalen (DRG) um die Pflegepersonalkosten führt zu einer Absenkung des Case-Mix-Volumens. In einer Übergangsphase werden etwaige finanzielle Einbußen aufgrund der Umstellung der Krankenhausvergütung auf zwei Prozent (Jahr 2020) und auf vier Prozent (Jahr 2021) begrenzt. 

PpSG: Die Konsequenzen
Zur Abschätzung der finanziellen Auswirkungen wurde durch die Solidaris Unternehmensberatungs-GmbH ein Entgeltkatalog unter Herausrechnung von Pflegedienstkosten aus den DRG-Bewertungsrelationen und Zusatzentgelten simuliert. Anhand dieser Simulation lassen sich für Kliniken die ökonomischen Auswirkungen der Vergütungsumstellung testen. Die durchschnittliche Absenkung der Case-Mix-Punkte für alle Fälle der InEK-Stichprobe lag bei 0,259 Case-Mix-Punkten je Fall. Dies entspricht einer Reduktion des Case-Mix-Volumens um 20,8 % gegenüber dem Katalog 2018. Es wird davon ausgegangen, dass sich die teilweise Abkehr vom pauschalierenden G-DRG-System voraussichtlich für kleine Kliniken mit einer Mindeststellenbesetzungsproblematik und für Kliniken mit einer guter Personalausstattung als Chance darstellt. Allerdings kann für Kliniken, die bisher über Einsparungen beim Pflegepersonal Überschüsse erwirtschaftet haben, langfristig ein Risiko entstehen.

PpSG: Unsere Empfehlung

Daher ist es dringend zu empfehlen, technische Umstellungen frühzeitig zu planen und die finanziellen Auswirkungen des neuen Vergütungssystems abzuschätzen. Mithilfe einer Simulationsrechnung anhand der E1-Daten lässt sich ein Vergleich Ihrer bisherigen Erlössituation mit der zu erwartenden Kombination aus DRG-Fallpauschalenvergütung und Pflegepersonalbudget durchführen. So erreichen Sie maximale Planungssicherheit und können auf mögliche Risiken frühzeitig reagieren.

Neben der Einführung des PpSG bringt auch die neue Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung wesentliche Neuerungen mit sich.

PpUGV: Die Fakten

Mit der PpUGV greift der Gesetzgeber direkt in die Personalbedarfsplanung und in die Dienstplangestaltung des Pflegepersonals ein. Mit der Ankündigung des Bundesministeriums für Gesundheit vom 5. November 2018 wurde eine Ausweitung der Pflegepersonaluntergrenzen auf das gesamte Krankenhaus vorgeschlagen. Mit diesem sog. Ganzhausansatz wird in Zukunft das Verhältnis von eingesetztem Pflegepersonal zu individuellem Pflegeaufwand eines Krankenhauses ermittelt. Erstmals wird das InEK damit zum 31. Mai 2020 für jedes nach § 108 SGB V zugelassene Krankenhaus einen Pflegepersonal-quotienten ermitteln, der das Verhältnis der Anzahl der Vollzeitkräfte im Pflegedienst zu dem individuellen Pflegeaufwand eines Krankenhauses beschreibt, um dadurch aufzuzeigen, wieviel Pflegepersonal eine Klinik, gemessen am Pflegeaufwand, einsetzt.

 

PpUGV: Die Konsequenzen

Die Unterschreitung der bereits seit dem 1. Januar 2019 für pflegesensitive Bereiche ver-bindlich geltenden Pflegepersonaluntergrenzen führt zu verschiedenen Sanktionierungen, u. a. in Form von Vergütungsabschlägen. Werden die noch festzulegenden Werte unterstritten, drohen weitere Konsequenzen. Folglich erfordert die PpUGV somit eine prüfungssichere Dokumentation der Pflegepersonalbesetzung in den pflegesensitiven Stationen sowie die Bereitstellung von weitergehenden Informationen zur Weiterentwicklung neuer Untergrenzen an das InEK.

PpUGV: Unsere Empfehlung

Es ist dringend zu empfehlen, eine elektronisch auswertbare Dienstplangestaltung und Schichtbesetzungs-Dokumentation einzurichten. Eine Identifizierung von Stationen mit geringer Personaldichte sollte ebenfalls zeitnah erfolgen. Somit lassen sich die Konsequenzen spürbar abmildern.

Lassen Sie sich zu den Themen Pflegepersonalstärkungsgesetz und Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung rechtzeitig ausführlich informieren! Gerne beantworten wir Ihre Fragen zu den aktuell zu erfüllenden Anforderungen. Sprechen Sie uns an!

Kontakt
Ihre Ansprechpartner an unseren Standorten:
Köln
Dipl.-Kfm.
Daniel Weitz
+49 (0)2203 8997-511
 
Solidaris Unternehmensberatungs-GmbH
Daniel Weitz
  • Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln mit den Schwerpunkten Management im Gesundheitswesen, Sozialpolitik und Personalwirtschaftslehre
  • Mehrjährige Tätigkeit bei einer renommierten Beratungsgesellschaft in der Beratung von Krankenhäusern und anderen Institutionen des Gesundheitswesens
  • Seit 2014 bei der Solidaris Unternehmensberatungs-GmbH tätig
Schwerpunkte
  • Beratung in strategischen und betriebswirtschaftlichen Fragestellungen im Gesundheits- und Sozialwesen
  • Erstellung von Stellungnahmen zur wirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit von Krankenhäusern
  • Analyse des medizinischen Leistungsportfolios und des Personaleinsatzes
  • Markt- und Wettbewerbsanalysen
Veröffentlichungen in der Fachpresse
2019
  • Sicherstellungszuschläge. Defizite ausgleichen. Health&Care Management, 7-8/2019, S. 56-57.
  • Internes Employer Branding als Chance zur Bindung von qualifiziertem Pflegepersonal. PflegeManagement, 6-7/2019, S. 7.
  • Pflegepersonal-Stärkungsgesetzt (PpSG). Chancen und Risiken. Health&Care Management, 1-2/2019, S. 54-55.
Köln
Dipl.-Kfm.
Matthias Hennke
+49 (0)2203 8997-501
 
Geschäftsführer
Solidaris Unternehmensberatungs-GmbH
Matthias Hennke
  • Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen
  • Ab 1994 im Rechnungswesen und Controlling für das Alfried-Krupp-Krankenhaus in Essen tätig
  • Zwei Jahre Referententätigkeit in der Deutschen Krankenhausgesellschaft in Düsseldorf für den Bereich Krankenhausfinanzierung und -planung
  • Seit 2001 bei der Solidaris Unternehmensberatungs-GmbH tätig und 2006 in die Geschäftsführung berufen
Schwerpunkte
  • Beratung finanzieller, organisatorischer und strategischer Fragestellungen von ambulanten und stationären Einrichtungen und Trägern des Gesundheits- und Sozialwesens
  • Risiko- und Chancenmanagement
  • Kostenträgerrechnung
  • DRG-Fallkostenkalkulation
  • Kosten-, Leistungs- und Betriebsvergleiche (Benchmarking)