Kindertagesstätten – Optimierung durch Zusammenschluss

Der Betrieb von Kindertagesstätten stellt insbesondere kleinere Träger vor große Herausforderungen. Zur Optimierung des operativen Betriebs kann es daher sinnvoll oder sogar notwendig sein, sich entweder mit anderen Kindertagesstätten zu einem Verbund zusammenzuschließen (z. B. Betriebsträgerstruktur in der Gesellschaftsform einer GmbH) oder die Trägerschaft ganz abzugeben und auf einen größeren (Komplex-)Träger zu übertragen.

Die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung von Kindertagesstätten in Deutschland hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Sowohl der U3-Ausbau als auch die flächendeckende Ganztagsbetreuung stellen die Träger von Kindertagesstätten weiterhin vor große Herausforderungen. Einerseits muss eine hohe pädagogische Betreuungsqualität gewährleistet sein. Dies erweist sich insbesondere vor dem Hintergrund eines gesetzlich fixierten Personalschlüssels sowie des zunehmenden Fachkräftemangels als immer schwierigere Aufgabe. Andererseits sind der Finanzierung von Kindertagesstätten enge Grenzen gesetzt. Finanzierungsspielräume sind in einigen Bundesländern nahezu nicht vorhanden, was die operative und strategische Steuerung von Kindertagesstätten immer schwieriger werden lässt.

Der Betrieb von Kindertagesstätten stellt insbesondere kleinere Träger vor große Herausforderungen. Zur Optimierung des operativen Betriebs kann es daher sinnvoll oder sogar notwendig sein, sich entweder mit anderen Kindertagesstätten zu einem Verbund zusammenzuschließen (z. B. Betriebsträgerstruktur in der Gesellschaftsform einer GmbH) oder die Trägerschaft ganz abzugeben und auf einen größeren (Komplex-)Träger zu übertragen.

Sowohl bei der Einbringung in eine Betriebsträgergesellschaft, z. B. gegen Gewährung von Gesellschaftsrechten, als auch bei der Übertragung auf einen größeren (Komplex-) Träger sind vertragliche Grundlagen zu schaffen (siehe Abbildung). Diese vertraglichen Grundlagen sind in der Praxis häufig „knapp“ gehalten, obwohl bei einer Übernahme eine Vielzahl von Herausforderungen zu beachten ist, die vor der Betriebsübernahme bedacht und unter Umständen vertraglich geregelt werden sollte.

Hervorzuheben sind aus unserer Sicht insbesondere wirtschaftliche Belastungen durch die Gebäudeträgerschaft, das Aufbringen eines eventuellen Trägeranteils, Belastungen durch betriebliche Altersversorgung (z. B. KZVK) sowie Auswirkungen auf den Jahresabschluss.

Werden nach der Übertragung mehrere Kindertagesstätten von einem Träger betrieben, entstehen dezentrale Organisationsstrukturen. Diese erfordern umso mehr, dass Informationen vollständig, richtig und zeitnah an die verantwortlichen Stellen weitergeleitet werden. Dies gilt insbesondere, da Kindertagesstätten in der Regel in den Fachbereichen gesteuert werden.

Um finanzierungs- und rechnungslegungsrelevante Sachverhalte zeitnah an das Rechnungswesen/Controlling weiterzuleiten, muss bei den verantwortlichen Mitarbeitern ein Problembewusstsein geschaffen werden, um eine wechselseitige, regelmäßige Kommunikation zu gewährleisten. Häufig werden entscheidungserhebliche Informationen nicht kommuniziert, da in den Fachbereichen die Relevanz des Sachverhalts nicht bekannt ist. Es muss aber vermieden werden, erst zeitlich nachgelagert (Finanzierung-)Probleme im Rechnungswesen/ Controlling zu identifizieren. Ein effizient ausgestaltetes internes Kontrollsystem kann zudem einem fehlenden Problembewusstsein vorbeugen.

Praxis-Hinweis
Der Zusammenschluss von mehreren Kindertagesstätten durch Einbringung in eine Betriebsträgergesellschaft bietet eine Vielzahl von Vorteilen, insbesondere in Form einer wirtschaftlichen Personalsteuerung sowie der Optimierung von Verwaltungsstrukturen. Aber auch für Komplexträger kann der Betrieb von Kindertagesstätten strategisch sinnvoll sein, auch wenn dies zuvor keine originäre Aufgabe des Komplexträgers war. Die Übernahme eines Kindergartens sollte jedoch nicht vorschnell erfolgen. Mögliche Risiken sollten bekannt und vertraglich geregelt sein. Nach der Übertragung sind für einen erfolgreichen Betrieb eine effiziente interne Kommunikation sowie ein wirksames internes Kontrollsystem
erforderlich.

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Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft
Markus Fischer
  • Studium der Betriebswirtschaftslehre (Diplom 2009) an der Universität Köln
  • Berufsexamen zum Steuerberater (2013) und Wirtschaftsprüfer (2015)
  • Mitglied des Solidaris BranchenTeams Kinder- und Jugendhilfe/Bildung
Schwerpunkte
  • Jahresabschluss- / Konzernabschlussprüfungen
  • Rechnungslegung und Prüfung von Krankenhäusern, Komplexeinrichtungen, Einrichtungen der Alten- und der Kinder- und Jugendhilfe im gemeinnützigen Bereich
  • Beratung von Organisationen im Gesundheits- und Sozialwesen, insbesondere bei steuerrechtlichen und betriebswirtschaftlichen Fragestellungen
  • Begleitung von Umstrukturierungen, Kooperationen und Transaktionen
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Teamleiter, Prokurist
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Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft
Stefan Szük
  • Studium der Betriebswirtschaftslehre (Diplom 2006) an der Universität Köln
  • Berufsexamen zum Steuerberater (2008) und Wirtschaftsprüfer (2011)
  • Leiter des KompetenzTeams Rechnungslegung und Prüfung
  • Leiter des Solidaris BranchenTeams Kinder- und Jugendhilfe/Bildung
Schwerpunkte
  • Jahresabschluss- / Konzernabschlussprüfungen
  • Rechnungslegung und Prüfung von Krankenhäusern, Komplexeinrichtungen Einrichtungen der Alten- und der Kinder- und Jugendhilfe im gemeinnützigen Bereich
  • Beratung von Organisationen im Gesundheits- und Sozialwesen, insbesondere bei steuerrechtlichen und betriebswirtschaftlichen Fragestellungen
  • Begleitung von Umstrukturierungen, Kooperationen und Transaktionen
  • Prüfung von Businessplänen
  • externe und interne Referententätigkeit zur Rechnungslegung und Prüfung
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Veröffentlichungen in der Fachpresse
2016
  • Abschreibungsfinanzierung mittels "Schütt-aus-Hol-zurück"-Methode bei Krankenhäusern: WPg, 5/2017, S. 576-582.