Zusammenschlüsse und Fusionen im Pflegemarkt

Betreiber von Pflegeeinrichtungen sehen sich in der derzeitigen Dynamik des Pflegemarktes früher oder später mit der Frage eines regionalen Zusammenschlusses konfrontiert. Prognosen gehen von einer Konsolidierung auf dem deutschen Pflegeheimmarkt zugunsten von relativ wenigen großen Verbünden oder Trägern aus, die im Gegensatz zu Betreibern, die nur eine oder wenige Einrichtungen führen, aufgrund ihrer Größe über hinreichende Finanzkraft und Managementressourcen verfügen. Die Ausschöpfung der mit den Zusammenschlüssen anvisierten Vorteile bedarf indes einer mehrdimensionalen Betrachtungsweise.

In diesem Praxisbericht geht es daher nicht um rein betriebswirtschaftliche Unternehmensbewertungen. Vielmehr wird dargestellt, welche strategischen Fragen im Prozess der Entscheidungsfindung und in der Umsetzung von den beteiligten Verantwortlichen beantwortet werden sollten, um strukturelle und organisatorische Vorausset-zungen eines Zusammenschlusses und anvisierte Vorteile objektiv bewerten und realisieren zu können. Die grundsätzliche Vorgehensweise in Projekten richtet sich nach dem Anlass eines geplanten Zusammenschlusses. Wollen zwei vergleichbare Träger zusammengehen? Soll durch den Zusammenschluss eine Versorgungskette pflegerischer Angebote unter einem Dach entstehen? Oder geht es um die Integration einer Solitäreinrichtung in einen Trägerverbund? Die kommunizierten Motive für Fusionen beziehen wirtschaftliche Aspekte (Finanz-, Investitionskraft, Verhandlungsmacht), kundenbezogene Ziele (Sicherheit in durchgängigen Versorgungsstrukturen) und damit auch Wettbewerbsvorteile (Image, Profil) sowie den Nutzen für die unternehmensinternen Strukturen und Prozesse (Managementkompetenz, Personalentwicklung etc.) gleichermaßen ein.

In der Planungsphase sollte möglichst konkret geklärt werden, in welchem Umfang und mit welchen Maßnah-men die angestrebten Synergien realisierbar sind. Insbesondere für eine Solitäreinrichtung sind außerdem Folgen und Anforderungen zu klären, die ein Scheitern der geplanten Fusion zur Folge hat. Wesentliche Fragestellungen sind dabei:

  • Welche strategischen Überlegungen lassen die organi-satorischen und konzeptionellen Grundlagen der Parteien zu?
  • Wie soll die zukünftige Trägerstruktur sein? Wer be-gleitet die gesellschaftsrechtlichen Umstrukturierungen?
  • Welche Maßnahmen zur Entwicklung und Etablierung zukünftiger Leistungsstrukturen sind notwendig?
  • Welche Strukturen und Prozesse der beiden Parteien können sinnvoll zusammengeführt werden und welche Anpassungen müssen erfolgen?
  • Welche personellen Aspekte sind zu bedenken?
  • Welche Synergieeffekte können kurz-, mittel- und langfristig genutzt werden?

Zur objektiven Beantwortung dieser Fragen bieten sich bewährte Vorgehensweisen an, die nach Bedarf einzeln oder modular von den zuständigen Kompetenzbereichen der Solidaris durchgeführt werden:


1.    Analyse der Voraussetzungen für eine Fusion
Herausstellung inhaltlicher, konzeptioneller Ziele und Synergiepotenziale, Prämissen, Ausschlüsse, Abstimmung der weiteren Vorgehensweise und der Informa-tionspolitik nach innen und außen. (Workshop der obersten Leitung beider Parteien).


2.    Analyse der rechtlichen Grundlagen
Darstellung bestehender Trägerstrukturen, Entwurf möglicher Zielstrukturen mit Erläuterung der gesell-schaftsrechtlicher Änderungen, rechtliche Würdigung nach arbeits-, steuerrechtlichen und kirchenrechtlichen Aspekten.


3.    Betriebswirtschaftliche Analysen
Gegenüberstellung von Leistungsdaten, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auf Basis der letzten Jahres-abschlüsse. Bewertung des Controllings/Abweichungsanalysen nach Finanzierungsge-sichtspunkten, Liquiditätsprognosen.


4.    Markt- und Wettbewerbsanalysen
Darstellung der aktuellen/zukünftigen Marktposition, Prognosen zur Nachfrage.


5.    Struktur- und Organisationsanalysen
Bewertung/Vergleich unternehmensspezifischer Merkmale/Potenziale: Unternehmenskultur, Führungs-, Managementkompetenz/Pflegekonzept/Verwaltung, Dienstleistungsbereiche, IT-Ausstattung.

Besonders die übergeordneten Motive konfessioneller Träger – „Erhalt des christlichen Sendungsauftrages“, „Profilierung als kirchlicher Träger/Arbeitgeber“ – wird durch die Schritte 1 und 5 inhaltlich untermauert. Wie wichtig die kritische Auseinandersetzung mit den aussagekräftigen Analyseergebnissen ist, belegen zahlreiche Projekte, in denen Entscheidungen (für oder gegen eine Fusion) gestärkt werden konnten.

 

Die Solidaris Unternehmensbratungs-GmbH bietet Ihnen dabei eine ganzheitliche, interdisziplinäre und fachübergreifende Unterstützung mit nachhaltiger Erfolgsgarantie in enger Kooperation mit der Solidaris Revisions-GmbH, Solidaris Treuhand-GmbH und der Solidaris Rechtsanwaltsgesellschaft mbH.

Kontakt
Ihre Ansprechpartner an unseren Standorten:
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M.A.
Ivan Panayotov
+49 (0)2203 8997-136
 
Leiter Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit, Prokurist
Solidaris Unternehmensgruppe
Panayotov

Ivan Panayotov

  • Studium der Medienwissenschaft, Deutsche und Englische Philologie an der Universität zu Köln (Magister 2010)
  • Ausbildung zum qualitativen Markt- und Medienforscher bei der Rheingold Akademie in Köln
    (Abschluss 2006)

Schwerpunkte

  • Strategisches und operatives Marketing
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Unternehmenskommunikation 
  • Mediamanagement (On-/Offline) und Redaktion
  • Eventmanagement und Sponsoring