Schreckgespenst InEK-Kalkulation

Auf Grundlage der Vereinbarung zwischen GKV, PKV und DKG zur „Erhöhung der Repräsentativität der Kalkulation“ vom 2. September 2016 werden zufällig ausgewählte Krankenhäuser zur Abgabe einer InEK-Kalkulation verpflichtet. Das Controlling steht nun unerwartet vor der Aufgabe, eine Kostenträgerrechnung mit hohem Qualitätsstandard zu erstellen und die Akzeptanz der durch das InEK plausibilisierten Daten zu erhalten.

Datenlieferungen an das InEK

Die Kostenträgerrechnung ist die Verrechnung der Betriebskosten für die Erbringung von Krankenhausleistungen auf den einzelnen Fall (DRG-Kalkulation) bzw. Tag (Psychiatrie-Kalkulation). Die Datenlieferung an das InEK besteht aus diesen Fall- bzw. Tageskosten und aus Teilen der dazugehörigen (fall-/tagesbezogenen) Leistungsdokumentation bzw. Verrechnungen. Die Teilnahme an der InEK-Kalkulation gilt als erfolgreich, wenn 85 % (DRG) bzw. 80 % (PEPP) der Datensätze von dem InEK als korrekt akzeptiert sind.

Grundlage einer qualitativ hochwertigen Kostenträgerrechnung stellen die sachbezogene Personalkostenverrechnung, die innerbetriebliche Leistungsverrechnung und eine detaillierte fall- oder tagesbezogene Leistungsdokumentation dar. In der Praxis zeigt sich, dass diese Daten bei vielen Krankenhäusern nur unvollständig vorliegen und damit nicht dem InEK-Standard genügen. 

Problemfelder und praxisbezogene Lösungen 

Praxisbeispiel 1: Datengrundlage der Personalkostenverrechnung herleiten
Bei einem Projekt mit einem Erstkalkulierer erwiesen sich die Daten zum Personaleinsatz des ärztlichen Dienstes als nicht belastbar. Durch Dienstplanauswertungen und Personalbefragung konnte zügig eine korrekte Personalkostenverrechnung hergeleitet werden. Das Klinikcontrolling konnte durch die bessere Datenqualität neue, belastbare Aussagen zur Kostenstellenrechnung und Kostenartenrechnung treffen. 

Praxisbeispiel 2: Korrektur und Ergänzung der Leistungsdokumentation in der Somatik
In einem ähnlichen Projekt ebenfalls mit einem Erstkalkulierer musste die Leistungsdokumentation korrigiert werden. Zunächst wurden die Dialysekosten modelliert und die Dokumentation von Einzelkosten wurde vervollständigt. Hier half eine Modellbildung aufgrund von OPS-Profilen. In der OP-Dokumentation wurden weitere Unstimmigkeiten festgestellt. Durch Rücksprache mit OP-Koordinator und Medizincontroller konnte eine zufriedenstellende Lösung gefunden und der Datensatz mit Hilfe bewährter Algorithmen ergänzt werden. Auf Basis der Ergebnisse der Kostenträgerrechnung wurden erste Fachabteilungsergebnisse ausgewertet und zusätzliche steuerungsrelevante Informationen gewonnen. 

Praxisbeispiel 3: Therapiedokumentation in psychiatrischen Kliniken verbessern
Die Leistungsdokumentation der Therapieeinheiten folgt häufig nicht dem InEK-Standard. Beispielsweise dokumentierte das Personal des Pflegedienstes rein pflegerische Leistungen an dem Patienten als Therapie. Im Ergebnis wurde dadurch der Personaleinsatz verzerrt dargestellt, da im stationären Bereich zu geringe Pflegedienstkosten verblieben waren. Es folgte eine aufwändige Bereinigung der Therapiedokumentation. Als langfristige Maßnahme wurde nach Rücksprache mit dem Medizincontrolling sowie mit den Pflegekräften das Dokumentationssystem umgestellt, so dass nur vorgegebene Therapieleistungen dokumentiert werden konnten. Mit Anwenderschulungen wurden die neuen Vorgaben der Therapiedokumentation vermittelt.

Praxisbeispiel 4: Maßnahmen bei Mängeln in den Grundlagen der Kalkulation
Ein psychiatrisches Klinikum stand vor der Frage, inwiefern die vorhandene Datengrundlage den Anforderungen einer InEK-Kalkulation genügt. Mithilfe eines Quick-Checks Kostenträgerrechnung konnte eine Bestandsaufnahme zur Qualitätseinschätzung der vorliegenden Daten durchgeführt werden. Im Ergebnis wurden Defizite im Kostenstellen- und Kontenplan sowie erhebliche Dokumentationslücken auf der Leistungsseite festgestellt. In weiteren Projekttreffen wurden Anwenderschulungen im EDV-System angestoßen und ein neuer Kostenstellen- und Kontenplan wurde gemeinsam mit dem Klinikum erarbeitet.  

Praxis-Hinweis:
Die Solidaris Unternehmensberatung unterstützt seit 2001 Krankenhäuser bei der Einrichtung und Durchführung einer Kostenträgerrechnung und zählt nunmehr über 300 erfolgreiche InEK-Kalkulationsteilnahmen. Unser Kalkulationsteam greift auf Praxiserfahrung direkt aus dem InEK zurück und weist eine Erfolgsquote bei InEK-Teilnahmen von 100 % auf. 

Gerne unterstützen wir Sie bei unerwarteter verpflichtender Teilnahme an der InEK-Kalkulation. Damit die Kostenträgerrechnung im Controlling genutzt werden kann, können weitergehende Analysen wie der Solidaris-Benchmark, eine fachabteilungsbezogene Ergebnisrechnung oder ein Kennzahlencockpit für Sie angefertigt werden. Die Durchführung einer InEK-Kalkulation zu Investitionsbewertungsrelationen bieten wir Ihnen ebenfalls gerne an.

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Kontakt
Ihre Ansprechpartner an unseren Standorten:
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Dipl.-Vw.
Isabel Walther
+49 (0)2203 8997-510
 

Solidaris Unternehmensberatungs-GmbH

Walther

Schwerpunkte

  • InEK-Kalkulation und Kostenträgerrechnung
  • Datenanalyse
  • Berichtswesen für Psychiatrie und Psychosomatik
  • Datenerhebungen und -auswertungen zu Fragestellungen im Gesundheitswesen

Veröffentlichungen in der Fachpresse
2019

  • Psych-Krankenhausvergleich und Psych-Budgetverhandlung 2020: Welche Neuerungen sind zu erwarten?: Health&Care Management, 9/2019, S. 58-59.
  • Chancen und Risiken: Health&Care Management, 2/2019, S. 54-55.

Veröffentlichungen in der Fachpresse
2018

  • Transparenz schaffen und Performance steigern: Health&Care Management, 11/2018, S. 58-59.
Köln
Dipl.-Inf.
Stefan Wich
+49 (0)22038997-512
 
Solidaris Unternehmensberatungs-GmbH
Wich
Schwerpunkte
  • Softwareentwicklung
  • Datenbankentwicklung
  • InEK-Kalkulation, Kostenträgerrechnung
  • Benchmarking
  • Investitionskostenkalkulation
Veröffentlichungen in der Fachpresse
2018
  • Transparenz schaffen und Performance steigern: Health&Care Management, 11/2018, S. 58-59.