Rückblick auf den dritten Ordenstag der Solidaris in Würzburg

Köln, den 10.03.2011

Geballtes Praxiswissen auf dem 3. Ordenstag der Solidaris in Würzburg


Am 10. März 2011 fand in Würzburg der 3. Ordenstag der Solidaris statt. Rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus deutschen Ordenseinrichtungen erörterten Wege der Zukunftssicherung für ihre Gemeinschaften. 

Der diesjährige Ordenstag, mit dem die Solidaris sich bei den Orden für ihr vielfältiges Engagement in Kirche und Gesellschaft bedankt, hielt für die Ordensgemeinschaften ein dichtes Programm ganz unterschiedlicher Impulse bereit. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Neue Wege im Ordensbereich“ und stellte ein breites Spektrum an Praxiserfahrungen vor. Expertinnen und Experten gaben Einsichten, Lehren und Empfehlungen zu Zukunftsfragen von Ordensgemeinschaften weiter.

Bruder Franz-Leo Barden erläuterte als ehemaliger Provinzialminister der Kölnischen Franziskanerprovinz den Weg der Vereinigung der deutschen Franziskanerprovinzen zur Deutschen Franziskanerprovinz von der Heiligen Elisabeth in München. Schwester Annemarie Bühler, Generaloberin der Missions- und Anbetungsschwestern von der Heiligen Familie aus Luzern, stellte die interne sozialpsychologische Perspektive eines solchen Zusammenführungsprozesses dar.

Ein eindrucksvolles Panorama vielfältiger Innenansichten unterschiedlicher Ordenseinrichtungen in Deutschland und den Niederlanden vermittelte Frau Prof. Myriam Wijlens, Professorin für Kirchenrecht an der Universität Erfurt. Anhand vieler Beispiele mahnte sie das Publikum, mit vorsorgenden Planungen und Aktivitäten nicht zu lange zu warten. Dabei teilte sie ihre Erfahrungen mit, wie lange solche Prozesse dauern, mit welchen Herausforderungen zu rechnen ist und wie man sich kompetente Hilfe hinzuholt. Dieser Praktiker-Sicht stellte der Leiter der Solidaris-Niederlassung in Würzburg, Herr Markus Brüggemann, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, einen Leitfaden aus betriebswirtschaftlicher Sicht zur Seite, an was man bei diesen Vorhaben im Vorhinein denken sollte und wie das Ergebnis zu überprüfen ist.

Einen fachlichen Input arbeitsrechtlicher Art gab Herr Prof. Gregor Thüsing, Direktor des Institutes für Arbeitsrecht und Recht der Sozialen Sicherung der Universität Bonn, mit seinen Einschätzungen zum aktuellen Stand der tarifvertraglichen Debatte um den Dritten Weg. Das Publikum erfuhr Pro- und Contra-Standpunkte zum Kirchlichen Arbeitsrecht, wie sich Ordenseinrichtungen ihre Wahl- und Handlungsfreiheit bei der derzeitigen Urteils- und Rechtslage möglichst lange bewahren können, und diskutierte Konsequenzen der beiden unterschiedlichen Modelle des weltlichen und kirchlichen Arbeitsrechts.

Die anwesenden Schwestern und Brüder der Ordensgemeinschaften nutzten diesen Tag zum intensiven Erfahrungsaustausch und genossen zum Ausklang der Veranstaltung eine humoristische Betrachtung des Lebens durch den Kabarettisten Klaus Karl Kraus.

Die Veranstaltung, die in diesem Jahr zum 3. Mal stattfand, wird aufgrund der positiven Resonanz von der Solidaris fortgeführt. Eine Nachberichterstattung zum 3. Ordenstag finden Sie auch in der  Ausgabe 2/2011 der "Solidaris-Information".