Freiwillige Berichterstattung nach den ITZ-Kriterien für gemeinnützige Unternehmen

Mehr Transparenz auch bei gemeinnützigen Organisationen

Freiwillige Berichterstattung für gemeinnützige Organisationen nach ITZ-Kriterien

In Deutschland gibt es bislang keine einheitlichen Veröffentlichungspflichten für gemeinnützige Organisationen. Um durch Transparenz auf freiwilliger Basis das Vertrauen der Bevölkerung in die Zivilgesellschaft zu stärken, wurde im Jahr 2010 die Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) gegründet. Sie wird von Transparency International Deutschland e. V. (Transparency Deutschland) gemeinsam mit weiteren zivilgesellschaftlichen Akteuren, unter anderem dem Bundesverband Deutscher Stiftungen und dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI), getragen. Seit ihrer Gründung hat die ITZ mehr als 1.500 Unterzeichner gewonnen und gilt als Einstiegsstandard in das Thema Transparenz.

Ziel der Initiative ist es, auf freiwilliger Basis Informationen über die Arbeit gemeinnütziger Organisationen zur Verfügung zu stellen und damit die Transparenzkultur im gemeinnützigen Sektor zu fördern. Gleichzeitig soll das Vertrauen von Spendern in die Organisation gestärkt und die Spendenbereitschaft erhöht werden.

Die Unterzeichner der Initiative verpflichten sich, zehn relevante Informationen über ihre Organisation durch Veröffentlichung auf ihrer Webseite der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen:

  1. Name, Sitz, Anschrift und Gründungsjahr
  2. Vollständige Satzung, Organisationsziele
  3. Angaben zur Steuerbegünstigung
  4. Name und Funktion wesentlicher Entscheidungsträger
  5. Tätigkeitsbericht: Der Tätigkeitsbericht soll über die Tätigkeiten eines Jahres Aufschluss geben. Meistens wird er im Rahmen eines Jahresberichts oder Newsletters erstellt. Es kann grundsätzlich auch der Rechenschaftsbericht an die Mitgliederversammlung als Tätigkeitsbericht verwendet werden.
  6. Personalstruktur (Organigramm der Organisation)
  7. Angaben zur Mittelherkunft: An dieser Stelle werden die wichtigsten Einnahmen der Organisation erläutert (Umsatzerlöse, Mitgliedsbeiträge, Spendengelder, Zuschüsse etc.). Es empfiehlt sich, die Gewinn- und Verlustrechnung als Anlage beizufügen.
  8. Angaben zur Mittelverwendung: Ein Überblick über die größten Aufwandspositionen der Gewinn- und Verlustrechnung, der den Spendern aufzeigt, wofür ihre Mittel verwendet werden.
  9. Gesellschaftsrechtliche Verbundenheit mit Dritten(zum Beispiel Mutter- oder Tochtergesellschaften)
  10. Namen von juristischen Personen, deren jährliche Zahlungen mehr als 10 % des Gesamtjahresbudgets ausmachen (Angaben zu entsprechenden Spenden von natürlichen Personen werden nach Zustimmung derselben veröffentlicht, in jedem Fall aber als „Großspenden von Privatpersonen“ gekennzeichnet)


Mit der Veröffentlichung dieser Informationen, die sich im Wesentlichen aus dem Bericht über die Jahresabschlussprüfung ableiten lassen, auf der eigenen Webseite muss die jeweilige Organisation eine Selbstverpflichtungserklärung unterzeichnen. Diese wird zusammen mit einem ausgefüllten Onlineformular auf die Website von Transparency Deutschland hochgeladen. Nach einer Überprüfung der Informationen auf Vollständigkeit und Plausibilität durch Transparency Deutschland erhalten die Organisationen das ITZ-Logo für ihre Website via E-Mail und werden in die öffentliche Unterzeichnerliste aufgenommen. Unterzeichner der ITZ werden stichprobenartig von Transparency Deutschland hinsichtlich der Einhaltung der Regelungen kontrolliert.

Praxis-Hinweis

Die Anforderungen der ITZ sind gering gehalten und damit auch für kleinere Vereine, Stiftungen und gemeinnützige GmbHs umsetzbar. Größere Organisationen sind angehalten, zusätzliche Informationen bereitzustellen und weitere transparenzfördernde Maßnahmen umzusetzen. Gerne sind wir Ihnen bei der Zusammenstellung der Transparenzinformationen behilflich – sprechen Sie uns an!

 

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