Das Werbemobil – Sponsoring auf Rädern

Der Einsatz von Werbemobilen ist in vielen steuerbegünstigen Einrichtungen beliebt, insbesondere bei Altenheimen, Krankenhäusern, sozialen Einrichtungen und Verbänden. Auf den ersten Blick scheinen sie eine günstige Möglichkeit zu sein, ein kostenfreies Fahrzeug zu erhalten: Fabrikneue Autos werden mit Sponsorenwerbung beklebt und den Einrichtungen über einen bestimmten Zeitraum kostenlos zur Verfügung gestellt. Mit Vertragsabschluss verpflichten sich die Einrichtungen zur Duldung der Werbung und erbringen damit eigene Werbeleistungen an die Agenturen, die das Fahrzeug zur Verfügung stellen

Beim Vertrag mit der Werbeagentur ist eine genaue Prüfung wichtig: Ist das Kfz-Modell genau definiert? Können Sponsoren abgelehnt werden bzw. müssen potentielle Sponsoren genannt werden? Verbleibt der Wagen nach Vertragsende bei der Einrichtung? Verlängert sich der Vertrag automatisch? Besteht eine Verpflichtung zu einem werbemäßigen Zur-Schau-Stellen? Viele dieser Fragen haben neben juristischen auch steuerliche Konsequenzen, die vor Vertragsabschluss zu beachten sind. Diesem Thema hat sich auch die OFD Karlsruhe in einer aktuellen Verfügung vom 25. September 2012 angenommen und die steuerliche Sicht genauer beleuchtet.

Ertragsteuerlich ist eine genaue Abgrenzung erforderlich. Ist die Einrichtung beispielsweise verpflichtet, das Fahrzeug werbewirksam abzustellen, Pressekonferenzen zu veranstalten oder Kontakte zwischen potentiellen Sponsoren und der Werbefirma herzustellen, so erbringt sie eine aktive Werbetätigkeit, die ertragsteuerpflichtig ist. Erfolgt kein aktives Mitwirken, handelt es sich um eine reine Duldungsleistung, die der Vermögensverwaltung zuzuordnen ist.

Auch die umsatzsteuerlichen Konsequenzen eines Werbemobils werden oft nicht beachtet. Die Einrichtung erbringt in jedem Fall eine umsatzsteuerpflichtige Leistung. Der Steuersatz – ob 7% oder 19% - hängt dabei von der Art der Werbeleistung ab (Duldungsleistung oder aktives Mitwirken). So ist der ermäßigte Steuersatz bei Duldungsleistungen anzuwenden, da sie der Vermögensverwaltung zuzuordnen sind. Vorsteuer kann die steuerbegünstigte Einrichtung meistens nicht gelten machen. Das Fahrzeug wird in der Regel zur Ausführung steuerfreier Umsätze verwendet, die einen Vorsteuerabzug ausschließen. Bei Körperschaften des öffentlichen Rechts kann ebenfalls ein Betrieb gewerblicher Art begründet werden. Hierbei ist aber noch die Umsatzgrenze von 30.678 EUR zu beachten.

Fazit: Aus einem „kostenfreien“ Werbemobil resultiert leicht ein steuerpflichtiger Tatbestand. Daher sind bereits im Vorfeld eines Vertrages mit einer Werbeagentur alle rechtlichen und steuerlichen Konsequenzen zu bedenken und einzukalkulieren. „Kostenfrei“ heißt nämlich nicht unbedingt steuerfrei.

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Leiter Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit
Solidaris Unternehmensgruppe
Panayotov

Ivan Panayotov

  • Studium der Medienwissenschaft, Deutsche und Englische Philologie an der Universität zu Köln (Magister 2010)
  • Ausbildung zum qualitativen Markt- und Medienforscher bei der Rheingold Akademie in Köln
    (Abschluss 2006)

Schwerpunkte

  • Strategisches und operatives Marketing
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Unternehmenskommunikation 
  • Mediamanagement (On-/Offline) und Redaktion
  • Eventmanagement und Sponsoring