Coronavirus: Liquiditätsmanagement in Zeiten einer Pandemie

 

Liquiditätsmanagement gemeinnützigen Unternehmen in Zeiten der Coronavirus-Pandemie

Corona LiquiditätsengpässeBildquelle: Adobe Stock/antic

Liquiditätsengpässe in gemeinnützigen Unternehmen

Das Coronavirus stellt die gemeinnützigen Unternehmen nun unerwartet und deshalb unvorbereitet vor große Herausforderungen, da plötzlich die operativen Bereiche des Unternehmens durch die Einschränkung des Leistungsaustauschs nicht wie gewohnt funktionieren. Dies wird zur Folge haben, dass viele Unternehmen mit Liquiditätsengpässen konfrontiert werden. Diese Liquiditätsengpässe können Auswirkung auf die Bedienung bereits in Anspruch genommener Darlehen haben, und mitunter reichen die laufenden Einnahmen nicht mehr aus, um die operativen Ausgaben zu bestreiten. Daher werden zunehmend Überlegungen in den Vordergrund rücken, wie diese Liquiditätslücke bis zur Normalisierung des Geschäftsverlaufs geschlossen werden kann.

Liquiditätsmanagement: Maßnahmenpaket vom 13. März 2020

Deshalb hat die Bundesregierung am 13. März 2020 ein Maßnahmenpaket zur Abfederung der Auswirkungen des Corona-Virus beschlossen. Eine Säule dieses „Schutzschildes für Beschäftigte und Unternehmen“ ist die Bereitstellung von zusätzlicher Liquidität. Dazu werden bestehende Programme für Liquiditätshilfen, wie die KfW- und ERP-Kredite, ausgeweitet und die Voraussetzungen für ihre Inanspruchnahme gelockert. 

Der Ablauf der Beantragung der neuen KfW-Kredite ist wie bisher auch zweistufig. Der Kredit ist über die Hausbank zu beantragen. Diese prüft den Kreditantrag und leitet ihn an die KfW weiter. Derzeit wird damit gerechnet, dass bei entsprechender frühzeitiger Beantragung die ersten Auszahlungen noch vor Ostern 2020, also im Laufe der 15. KW, beginnen werden. Aktuell wurden drei Liquiditätsprogramme der KfW erweitert. Nachfolgend wird kurz auf die Kreditprogramme für Unternehmen, die mindestens 5 Jahre bestehen, eingegangen.

Der Unternehmerkredit für Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 2 Mrd. EUR sieht einen Betriebsmittelkredit von bis zu 200 Mio. EUR vor. Das Kreditrisiko wird neuerdings bis zu 80 % durch die KfW übernommen. Beim (unbegrenzten) Wachstumskredit für Unternehmen bis 5 Mrd. EUR übernimmt die KfW bis zu 70 % des Kreditrisikos für allgemeine Finanzierungen (bisher nur Innovation und Digitalisierung). Des Weiteren hat die Bundesregierung den Handlungsspielraum der Landesförderbanken und Bürgschaftsbanken erweitert. Diese sollen Bürgschaftsentscheidungen bis zu einem Betrag von 250 TEUR eigenständig und innerhalb von drei Tagen treffen können. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei allen teilbesicherten Liquiditätshilfen des Bundes um Kredite, die künftig aus dem operativen Geschäft bedient werden müssen.

Damit eine zügige Bearbeitung des Kreditantrages seitens der Hausbank gewährleistet ist, sollten u.a. folgende Unterlagen vorbereitet sein:

  • Präzise schriftliche Darlegung der wirtschaftlichen Auswirkung des Corona-Virus auf die Geschäftsentwicklung,
  • Vorlage der letzten zwei (geprüften) Jahresabschlüsse (wenn der Jahresabschluss 2019 noch nicht vorliegen sollte, eine entsprechend valide Hochrechnung für 2019),
  • Berechnung des benötigten Kreditbedarfs anhand einer Liquiditätsplanung für 2020 mit Angabe von verschiedenen „Best-“ bzw. „Worst-Case-Szenarien“ und
  • den etwaigen Eigenbeitrag des Gesellschafters zur Sicherstellung der Liquidität des Unternehmens.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Aufnahme von Gesprächen mit Ihren Hausbanken und der Erstellung bzw. Plausibilisierung von Liquiditäts- und Unternehmensplanungen als Basis für die Kreditgewährung. Auch bei Fragen zum Liquiditätsmanagement kommen Sie gerne auf uns zu.

Kontakt
Ihre Ansprechpartner an unseren Standorten:
Köln
WPin StBin
Claudia Schürmann-Schütte
+49 (0)2203 8997-502
 
Leitung Geschäftsbereich Unternehmensberatung
Solidaris Revisions-GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft
Schürmann-Schütte
Claudia Schürmann-Schütte
  • Ausbildung zur Bankkauffrau (1987) und anschließende Tätigkeit als Bankkauffrau
  • Studium der Wirtschaftswissenschaften (Diplom 1993) an der Universität Duisburg-Essen 
  • Berufsexamen zur Steuerberaterin (1997) und Wirtschaftsprüferin (1999)
  • Mehrjährige Tätigkeit bei einer Big4-Gesellschaft im Bereich der Wirtschaftsprüfung und der Beratung und zuletzt Führungsverantwortung bei einer mittelständischen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Schwerpunkt auf der Beratung von Transaktionen und Bewertungen im Gesundheits- und Sozialwesen 
  • Seit 1. Januar 2019 bei der Solidaris tätig als Leiterin des Geschäftsbereiches Unternehmensberatung
Schwerpunkte
  • Beratung finanzieller, organisatorischer und strategischer Fragestellungen von ambulanten und stationären Einrichtungen und Trägern des Gesundheits- und Sozialwesens
  • Umfassende käufer- und verkäuferseitige Begleitung von Transaktionen (u.a. strukturierte Bieterverfahren, Due Diligence, Prozessbegleitung und Verhandlungsunterstützung, Kaufpreisermittlung)
  • Begleitung von Kooperations- und Zusammenschlussprozessen (u.a. Prozessbegleitung, Verhandlungs- und Gesprächsunterstützung, Due Diligence, Ermittlung von Anteilsverhältnissen)
  • Unternehmensbewertungen u.a. nach IDW S1 
  • Erstellung und Plausibisierung von Businessplänen
  • externe und interne Referententätigkeit 
  • Fachartikel zur Beratung von Transaktionen, Zusammenschlüssen und Bewertungen von Unternehmen des Gesundheits- und Sozialwesens
Veröffentlichungen in der Fachpresse 2019
  • Verbünde stehen besser da: Wohlfahrt intern, 7.8/2019, S. 22-23.