Coronavirus: Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Jahresabschlussprüfung

Die Digitalisierung und Transformation von Geschäftsprozessen bringt in allen Branchen und Unternehmen Veränderungsprozesse mit sich. Für Wirtschaftsprüfungsgesellschaften bedeutet dies nicht nur, sich an die ständig voranschreitenden Entwicklungen auf Seiten ihrer Mandanten anzupassen und im Rahmen der jeweiligen Prüfungsstrategie die adäquaten Prüfungstechniken anzuwenden, sondern e

Digitalisierung der Jahresabschlussprüfung: Möglichkeiten und Grenzen in Zeiten der Coronavirus-Pandemie 

 

Die Coronavirus-Pandemie als Beschleuniger der digitalen Jahresabschlussprüfung

Die Digitalisierung und Transformation von Geschäftsprozessen bringt in allen Branchen und Unternehmen Veränderungsprozesse mit sich. Für Wirtschaftsprüfungsgesellschaften bedeutet dies nicht nur, sich an die ständig voranschreitenden Entwicklungen auf Seiten ihrer Mandanten anzupassen und im Rahmen der jeweiligen Prüfungsstrategie die adäquaten Prüfungstechniken anzuwenden, sondern es gilt zugleich auch die entsprechenden Werkzeuge zu beherrschen, um effektiv und effizient Jahresabschlussprüfungen durchführen zu können. Bedingt durch die zunehmende Digitalisierung analoger Informationen in Unternehmen und die Anwendungen datenanalytischer Prüfungsmethoden durch den Jahresabschlussprüfer, lassen sich heutzutage nahezu vollständig vorhandene Daten strukturieren, analysieren und somit prüfen. Insoweit kann die digitale Jahresabschlussprüfung auch genutzt werden, um die persönlichen Kontakte infolge der Corona-Pandemie zu reduzieren.

Aktueller Stand der Digitalisierung innerhalb der Wirtschaftsprüfung

Mittels strukturierter Datenaustauschplattformen ist die Kommunikation zwischen Mandanten und Jahresabschlussprüfern sowie die Bereitstellung der benötigten Informationen und Dokumente betreffend des Jahresabschlusses problemlos ortsunabhängig zu bewerkstelligen. Bereits heute werden größere Datenmengen über entsprechende Plattformen sicher, datenschutzkonform und zeitnah ausgetauscht. So werden bereits heute in Echtzeit Jahresabschlussprüfungen von mehreren Prüfern auf einer Datenplattform durchgeführt und dokumentiert. Dadurch wird gewährleistet, dass Prüfungen, basierend auf einem einheitlichen Informationsstand aller am Prüfungsprozess beteiligter Personen, getätigt werden können. Sog. Massentransaktionen, wie bspw. im Rahmen der Lohn- und Gehaltsabrechnung, lassen sich nahezu vollständig mittels datenanalytischer Verfahren prüfen. Zudem werden Prüfungsberichte vermehrt elektronisch zur Verfügung gestellt. Oftmals stellt die heterogene IT-Systemlandschaft in den Unternehmen eine Herausforderung dar. Limitierende Faktoren sind entsprechend häufig die Datenqualität sowie die technischen Möglichkeiten zum Datenexport.

Möglichkeit und Grenzen der digitalen Jahresabschlussprüfung

Eine strukturierte und zielgerichtete Aufarbeitung der zur Verfügung stehenden Datenmengen kann die Basis für Trend- oder Kennzahlenanalysen darstellen. Auffälligkeiten können mithin transparenter dargestellt, ungewöhnliche Geschäftsvorfälle aussagekräftiger ausgewertet und für die Unternehmensführung visualisiert werden. Mittels Prüfmakros und Algorithmen lassen sich auch komplexe Daten weitestgehend automatisiert auswerten. Somit werden Ineffizienzen und potentielle Risiken innerhalb der Geschäftsprozesse aufgedeckt. Demzufolge kann die digitale Jahresabschlussprüfung einen zusätzlichen Mehrwert erbringen und zugleich helfen, die gesetzlichen Fristen zur Aufstellung des Jahresabschlusses einzuhalten.

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