Betriebsvergleiche: Werkstätten für behinderte Menschen

Struktur der einbezogenen WfbM
In den Betriebsvergleich 2015 der Solidaris ist Datenmaterial von 49 Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) eingeflossen (Vorjahr 47 WfbM), die anhand ihrer Betreuungskapazität in vier Gruppen klassifiziert wurden:


Kapazität, Betreuungsleistung und Struktur
Die Bandbreite der in den Betriebsvergleich 2015 einbezogenen WfbM reicht von 45 Plätzen bis zu 1.539 Plätzen. Die durchschnittliche Kapazität liegt bei ca. 452 Plätzen. Der Auslastungsgrad befindet sich mit 103,2 % zwar unter dem Vorjahreswert (Vorjahr 105,3 %), jedoch weiterhin auf einem hohem Niveau. Die Bandbreite erstreckt sich von 66,9 % bis zu 143,8 %. Die Auslastungsgrade ergeben sich auf der Basis der genehmigten Plätze, die nicht unbedingt der tatsächlich benötigten und beanspruchten Platzzahl entsprechen. Seit mehreren Jahren ist erkennbar, dass die vorhandene Kapazität extrem genutzt wird, bevor ein Erweiterungsbau oder ein Neubau genehmigt wird.

Im Jahr 2015 waren in den 49 WfbM 23.317 behinderte Menschen und 4.973 angestellte Mitarbeiter beschäftigt. In Bezug auf das Betreuungspersonal errechnet sich eine Belastungskennziffer von 7,4 (Vorjahr 7,2), welche besagt, wie viele behinderte Menschen von einem angestellten Betreuer angeleitet wurden. Der Maximalwert im Jahr 2015
 
 

liegt bei 13,2 und der Minimalwert bei 5,4. Der Anteil der im Eingangsverfahren/Berufsbildungsbereich befindlichen Betreuten beträgt im Durchschnitt 11,1 % (Vorjahr 11,8 %).

Jahresergebnis
Das durchschnittliche Jahresergebnis entwickelt sich im Jahr 2015 positiv (2015: + 12,2 %; 2014: – 10,6 %). Die Zusammensetzung der Jahresergebnisse innerhalb der Größenklassen zeigt ein Anwachsen der Jahresergebnisse mit zunehmender Einrichtungsgröße. Betrachtet man allerdings als Kennzahl die Umsatzrentabilität als Quotienten aus Produktionsergebnis und Umsatzerlösen im Bereich der Produktion, so ist wie in den vergangenen Jahren kein einheitlicher Zusammenhang zwischen steigender Platzzahl und der Umsatzrentabilität zu erkennen. Das für den Arbeitsbereich der WfbM zu ermittelnde Arbeitsergebnis hat sich entsprechend der Entwicklung der Jahresergebnisse im Durchschnitt von 882 TEUR (2014) auf 971 TEUR (2015) ebenfalls positiv entwickelt (+ 10,2 %).

Liquidität
Für die untersuchten Einrichtungen stand im Jahr 2015 durchschnittlich eine Deckung des betriebsgewöhnlichen monatlichen Finanzbedarfs durch die Liquidität auf kurze Sicht (= Geldmittel abzüglich kurzfristige Verbindlichkeiten zuzüglich kurzfristige Forderungen) von ca. 3,3 Monaten (Vorjahr 3,2 Monate) zur Verfügung.
 
Kennzahlen Personalbereich
Das durchschnittliche Arbeitsentgelt je Beschäftigtem pro Jahr im Arbeitsbereich der WfbM hat sich von 2.066 EUR im Vorjahr auf 2.091 EUR im Jahr 2015 erhöht. Die Ausschüttungsquoten (Auszahlung von Arbeitsentgelten aus dem Arbeitsergebnis der WfbM an die Beschäftigten) in den WfbM liegen zwischen der Mindestquote von 70 % und 128 % und im Durchschnitt bei 83 %. Die durchschnittliche Ausschüttungsquote im Jahr 2015 war leicht rückläufig. Zu beachten ist, dass Auszahlungsquoten von über 70 % den Umfang der Dotierung der Rücklage für Ersatz- und Modernisierungsinvestitionen beschränkt. Weitere Kennzahlen für den Personalbereich in den beschriebenen Größengruppen zeigt die obenstehende Übersicht.

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