Betriebsvergleiche: Krankenhäuser

Struktur und Leistung der einbezogenen Krankenhäuser
Der Betriebsvergleich Krankenhäuser enthält für das Jahr 2015 die Angaben von rund 150 Krankenhäusern aus dem Mandantenkreis der Solidaris. Nicht in dieser Auswertung enthalten sind Spezialkliniken (z. B. reine Reha­Kliniken, reine psychiatrische oder geriatrische Krankenhäuser, Tageskliniken) und reine Belegkrankenhäuser. Die größte Gruppe bilden Krankenhäuser mit 450 und mehr Betten. Sie machen gut ein Viertel aller einbezogenen Krankenhäuser aus, gefolgt von Krankenhäusern mit 250 bis 349 Betten, die nahezu ein weiteres Viertel an der Gesamtgruppe ausmachen. Die durchschnittliche Bettenzahl liegt bei rund 350 Betten.


 
Betrachtet man 114 identische Krankenhäuser über drei Jahre, so zeigt sich im Bereich der Leistungen der Krankenhäuser, dass sich der Case­Mix­Index, der im Jahr 2015 bei durchschnittlich 0,99 Punkten liegt, über den betrachteten DreiJahres­Zeitraum kaum verändert hat (0,5 %). Der Case­Mix (effektiv), der in 2014 eine moderate Steigerung um 2,0 % aufwies, hat sich in 2015 wiederum etwas erhöht (+ 2,7 %), d. h. die Leistungsmenge ist gemessen an den behandelten Fällen bei einer unveränderten durchschnittlichen Fallschwere um 2,7 % angestiegen. Insgesamt konnten die Krankenhäuser in 2015 ein um rund 2 % höheres Erlösbudget im KHEntgG-Bereich vereinbaren als im Vorjahr.


Ertragslage
Wesentlicher Aufwandsfaktor von Krankenhäusern ist der Personalaufwand, der wie in den Vorjahren rund 60 % des betrieblichen Aufwandes ausmacht. Der durchschnittliche Personalaufwand je Vollkraft beträgt für die betrachteten 114 Krankenhäuser knapp 68 TEUR. Er hat sich im Dreijahresvergleich damit um rund 6 % erhöht. Die Entwicklung in den drei wichtigsten Dienstarten für die 114 identischen Krankenhäuser zeigt die nachfolgende Abbildung.

Bei Umsatzerlösen von 106 TEUR, die im Durchschnitt von einer Vollkraft erwirtschaftet werden, und einem durchschnittlichen Personalaufwand je Vollkraft von ca. 68 TEUR liegt die Personal-aufwandsquote, die angibt, welcher Anteil der Umsatzerlöse durch den Personalaufwand aufgezehrt wird, bei rund 65 %. Die Personalaufwandsquote liegt damit auf Vorjahresniveau.


Vermögens- und Finanzlage
Der Anteil des bereinigten Eigenkapitalssowiedes Kapitals mit eigenkapitalähnlichem Charakter (d. h. Eigenkapital einschl. Sonderposten, saldiert mit Ausgleichsposten) am gesamten Kapital lag im Jahr 2015 bei 62 %. Darlehen machten in 2015 rund 17 % des Gesamtkapitals aus, die übrigen 21 % betreffen kurzfristiges Fremdkapital. Die Investitionen der Krankenhäuser in Relation zum Anlagevermögen liegen im Durchschnitt bei etwa 10 %, wobei der Anteil der aus Eigenmitteln finanzierten Investitionen mit ca. 56 % eine leicht steigende Tendenz aufweist. Bei einer Anlagenaltersquote von unverändert zum Vorjahr 42 % (d. h. das Sachanlagevermögen ist bereits zu 58 % abgeschrieben) ist in den kommenden Jahren auch weiterhin ein merklicher Eigenmitteleinsatz zu erwarten.

Der durchschnittliche Deckungsfaktor (Liquidität auf kurze Sicht zu betriebsgewöhnlichem Finanzbedarf pro Woche) von rund 7,5 Wochen kann unter Berücksichtigung eines Einzugsfaktors von ca. 6,5 Wochen als noch ausreichend betrachtet werden. Die EBITDA-Marge, die Aussagen zur Rentabilität eines Unternehmens macht (Gewinn vor Zinsen, Steuern und nicht geförderten Abschreibungen in Relation zum Umsatz) liegt für alle einbezogenen Krankenhäuser bei 3,5 %. Zu berücksichtigen ist hierbei, dass es sich weit überwiegend um Krankenhäuser aus dem gemeinnützigen Bereich handelt, die naturgemäß geringere Margen aufweisen.

 

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