Betriebsvergleich Kinder- und Jugendhilfe 2020

Betriebsvergleich Kinder- und Jugendhilfe

Struktur und Leistung der einbezogenen Einrichtungen


Strukturen und Leistungen im Betriebsvergleich Jugendhilfe 2020

Der Betriebsvergleich für Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe enthält für das Geschäftsjahr 2020 über 40 Einrichtungen aus verschiedenen Bundesländern. Er beschränkt sich auf Einrichtungen, die Leistungen im Sinne der §§ 27 ff. SGB VIII (Hilfe zur Erziehung) erbringen. Somit sind zum Beispiel Kindertagesstätten hier nicht erfasst. Die Struktur der einbezogenen Einrichtungen ist sehr heterogen. Während nahezu alle Anbieter mindestens ein Regelangebot vorhalten, bieten 24 Einrichtungen auch eine Intensivbetreuung an. 17 Einrichtungen halten auch Leistungen im Bereich der Tagesbetreuung vor. Die genehmigte Platzzahl liegt zwischen 18 und 557 Plätzen. Rund 37 % der Anbieter halten dabei eine Kapazität zwischen 51 und 99 Plätzen und rund 40 % zwischen 100 und 199 Plätzen vor. Der durchschnittliche Nutzungsgrad der Einrichtungen liegt trotz der Corona-Pandemie wie im Vorjahr bei rund 92 %. (Die angegebenen Vorjahreswerte weichen zum Teil von den Werten des Beitrages in der Ausgabe 4/2020 der Solidaris Information ab, da der Betriebsvergleich des Vorjahres nachträglich um weitere Einrichtungen erweitert wurde.) Das durchschnittliche Entgelt für das Regelangebot lag im Jahr 2020 bei 173,00 EUR/Tag (Vorjahr 169,90 EUR/Tag), für das Intensivangebot bei 229,20 EUR/Tag (Vorjahr 218,20 EUR/Tag) und für die Tagesbetreuung bei 108,60 EUR/Tag (Vorjahr 104,60 EUR/Tag). Somit waren im Jahresvergleich Steigerungen um 1,8 % (Regelangebot), 5,0 % (Intensivangebot) und 3,8 % (Tagesbetreuung) zu verzeichnen.

Ertragslage

Bedeutendster Aufwandsfaktor ist der Personalaufwand, der vergleichbar mit den Vorjahren 75 % bis 80 % des gesamten Aufwandes ausmacht. Der durchschnittliche Personalaufwand je Vollkraft beträgt 65,8 TEUR (Vorjahr 63,8 TEUR). Somit war bei dieser Kennzahl ein Anstieg um 3,1 % zu verzeichnen. Die Umsatzerlöse je Vollkraft betragen 81,4 TEUR (Vorjahr 79,5 TEUR). Die verbleibende Marge liegt somit wie im Vorjahr bei rund 15,6 TEUR.

Die Höhe der Umsatzerlöse aus Betreuungsleistungen schwankt entsprechend der vorgehaltenen Platzzahl. Im Geschäftsjahr 2020 wurde dabei pro Platz ein Umsatz von durchschnittlich 71,2 TEUR (Vorjahr 69,4 TEUR) vereinnahmt. Die Personalaufwandsquote, also der Anteil der Umsatzerlöse, der für den Personalaufwand aufgewendet wird, lag im Jahr 2020 erneut bei rund 80 %. Die Investitionsaufwandsquote beträgt dabei wie im Vorjahr 2 bis 3 %.

Eine bedeutende Position auf der Ertragsseite stellen die caritativen Erträge (Spenden, Erbschaften etc.) dar. Hier flossen im Geschäftsjahr 2020 im Durchschnitt 83 TEUR (Vorjahr 102 TEUR) zu. Im Durchschnitt erzielten die einbezogenen Einrichtungen im Geschäftsjahr 2020 einen Jahresüberschuss, der über dem Wert des Vorjahres lag. Die Umsatzrendite beträgt im Geschäftsjahr 2020 2,3 % nach 1,9 % im Vorjahr. In der Regel waren keine nennenswerten Erträge aus Corona- Hilfsmaßnahmen zu verzeichnen.

Vermögens- und Finanzlage

Die Branche zeichnet sich durch eine hohe Eigenkapitalquote aus. Bezieht man den Sonderposten aus Investitionszuschüssen in die Berechnung ein, beträgt der Anteil an der Bilanzsumme durchschnittlich 74,2 % nach 70,7 % im Vorjahr. Die Anlagenaltersquote liegt bei rund 50 %, die Hälfe des vorhandenen Sachanlagevermögens ist also bereits abgeschrieben. Für die Gebäude beträgt diese Quote rund 55 %. Die Investitionsquote liegt wie im Vorjahr über 100 %. Folglich wird durchschnittlich mehr als die anfallenden Abschreibungen jährlich in das Sachanlagevermögen investiert. Der Deckungsfaktor (Liquidität auf kurze Sicht im Verhältnis zum betriebsgewöhnlichen Finanzbedarf) beträgt wie im Vorjahr 4,0 Monate. Der Einzugsfaktor beträgt erneut rund 5 Wochen und entspricht somit zum Jahresende im Wesentlichen den Forderungen für den Monat Dezember.

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