Abgrenzung von Erhaltungsaufwand und Herstellungskosten bei Gebäuden in der Handelsbilanz

Der Immobilienwirtschaftliche Fachausschuss (IFA) hat am 25. November 2013 die IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: Abgrenzung von Erhaltungsaufwand und Herstellungskosten bei Gebäuden in der Handelsbilanz (IDW RS IFA 1) verabschiedet; sie ersetzt die IDW Stellungnahme des Wohnungswirtschaftlichen Fachausschusses 1/1996: Zur Abgrenzung von Erhaltungsaufwand und Herstellungsaufwand bei Gebäuden. In der neuen Stellungnahme wird klargestellt, dass eine bauliche Maßnahme an einem bestehenden Gebäude den Charakter der Herstellung eines neuen Gebäudes hat, wenn wesentliche Teile des Gebäudes so sehr abgenutzt waren, dass das Gebäude – gänzlich oder in seiner bisherigen Funktion – unbrauchbar geworden ist (Vollverschleiß) und durch die vorgenommenen Maßnahmen unter Verwendung der noch nutzbaren Teile ein neues Gebäude hergestellt wird. Voraussetzung eines neuen Gebäudes ist, dass das Gebäude aufgrund baulicher Maßnahmen als in bautechnischer Hinsicht neu anzusehen ist, das heißt das verschlissene Teile ersetzt werden, die für die Nutzungsdauer des Gebäudes bestimmend sind. Aufgegeben wurde die bisherige Begriffsunterscheidung „technischer“ und „wirtschaftlicher“ Vollverschleiß bei der (Wieder-) Herstellung eines Vermögensgegenstandes. Die Voraussetzung, dass für die Herstellung eines neuen, in seiner bisherigen Funktion nicht mehr nutzbaren Gebäudes die baulichen Maßnahmen zu einer Änderung der Zweckbestimmung führen müssen, wurde aufgegeben. Auch in diesen Fällen ist es ausreichend, wenn das Gebäude aufgrund der baulichen Maßnahmen als in bautechnischer Hinsicht neu anzusehen ist. Bei anschaffungsnahen Herstellungskosten wurde die noch im Entwurf der Stellungnahme enthaltene Vermutung, es handele sich um aktivierungspflichtige Herstellungskosten, zugunsten der Betonung einer Einzelfallbeurteilung aufgegeben. Danach ist jeweils zu differenzieren, ob tatsächlich anschaffungsnahe Herstellungskosten vorliegen oder die Aufwendungen das Gebäude nur in dem Zustand erhalten, in dem es sich im Erwerbszeitpunkt befand (vgl. IDW Fachnachrichten, Heft 3, 2014, Seite 246 bis 249).

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